Innere Ruhe finden trotz Stress, auch bei der Arbeit
Ruhig werden, weniger machen, mehr bewirken. Wie du innere Ruhe findest, die auch bei der Arbeit und unter Druck hält, und warum du dafür nicht weniger leisten musst.

Im Training war ich oft deutlich schneller als meine Teamkollegen, doch im entscheidenden Moment hat etwas gebremst.
Bis zu dem Punkt, an dem sich innerlich etwas verändert hat. Plötzlich waren Zweifel und mentale Limitierungen weg. Ich war komplett im Moment, im Flow, voller Energie.
Echte Performance entsteht in Stille. Das gilt auf der Piste, und es gilt im Geschäft.
Was innere Ruhe ist
Ziel vom Coaching ist, dass du ruhig, gelassen und zuversichtlich bist. Egal was ist. Und dass du aus dieser Ruhe heraus aktiv bist.
«Du kannst Ruhe und Aktivität parallel laufen lassen.»
Darum geht es, wenn ich sage: ruhig werden, weniger machen, mehr bewirken. Die Stille entspricht deinem natürlichen Betriebssystem. Die Limitierungen sind Viren, die dieses Betriebssystem verdrängen.
Und es gibt eine Sehnsucht dahinter:
«Da gibt es so eine Sehnsucht, ganz im Moment zu sein. Weil wenn ich ganz im Moment sein kann, dann habe ich auch keine Probleme. Im Moment und dann noch in Stille, das ist so ein stilles inneres Glück oder Zufriedenheit.»
Was Ruhe bewirkt: 201 Fische
Ich bin ein relativ guter Fliegenfischer. Meine Bestmarke lag damals bei 163 Fischen.
Als ich gelernt hatte, in diese Ruhe zu kommen, habe ich mich gleich gefragt: Wie wirkt sich das beim Fischen aus? Also habe ich es an einem Tag angewendet, weil es ja doch ein bisschen Zeit braucht. Neun Stunden gefischt. 201 Fische gefangen. Und ich habe sogar gemerkt, dass die Fische anders auf mich reagieren.
Fische mögen still. Das habe ich eins zu eins erlebt.
Bei Menschen ist es ähnlich. Kennst du das, dass Leute unruhig wirken oder gestresst, und man fühlt sich auch nicht wohl? Wie Ruhe deine Entscheidungen verändert, zeige ich mit dem Bild vom Bergsee im Artikel Dauerstress loswerden, ohne weniger zu leisten.
Innere Ruhe finden trotz Stress: so geht es
Erstens: messen
Frag dich: Wie ruhig war es in dir in den letzten zwei, drei Monaten? 0 wäre gar nicht, 10 wäre 100 Prozent. Viele starten bei 2. Das Zielband liegt bei 80 bis 95 Prozent. Üben lässt sich das wie Liegestütze.
Zweitens: die Aufmerksamkeit zurückholen
Du entscheidest, wo deine Aufmerksamkeit ist. Probier es aus. Schenk sie dem Blatt vor dir. Dann dem Stift. Dann deiner rechten Schulter. Der linken Schulter. Dem linken Knie. Dem rechten Knie, aber nur der Kniescheibe. Und jetzt deinem linken Ohrläppchen.
Du musst dafür nicht einmal hinschauen. Das geht auch mitten in einer Sitzung, während du dein Gegenüber anschaust. Erst zwei Punkte im Aussen, dann grosse Körperteile, dann ein kleines Detail. Damit hast du den Switch gemacht: die Aufmerksamkeit vom Aussen zu dir genommen.
Drittens: die Bewertung prüfen
Per se sind die Dinge nie schlecht, nur wie wir über sie denken. Und das passiert auf einem indoktrinierten Wertesystem: Das ist gut, das ist schlecht. Kannst du überprüfen. Ein Sonnenaufgang ist nicht besser als ein Sonnenuntergang.
Wenn du in diesem Zustand bist und ihn halten kannst, dann gibt es eigentlich nichts mehr, was dich aus der Ruhe bringt.
Viertens: automatisieren
Die Übung bringt dich für den Moment zurück. Damit die Ruhe auch unter Stress hält, braucht es zwei Dinge. Eine Struktur, die im Alltag funktioniert. Und dass du die Muster auflöst, die dich immer wieder rausziehen, allen voran deine inneren Antreiber. Das geht Hand in Hand.
«Schritt 5 ist automatisieren, wie beim Autofahren. Dann hast du auch keine Trigger mehr.»
Wie ruhig es heute in dir ist, was dich rauszieht und welche Antreiber dahinterliegen, schauen wir in der Tiefenanalyse gemeinsam an. Welche Antreiber bei dir am stärksten laufen, siehst du vorher im Selbsttest.