Druck im Job: was er dich kostet und was auf der Strecke bleibt
Nach aussen: höher, schneller, weiter. Nach innen: Stress und Druck. Was Dauerstress dich als Entscheider kostet und was dabei auf der Strecke bleibt, oft ohne dass du es merkst.

Als CEO musst du jeden Tag Spitzenleistungen bringen. Als Sportler hast du, wenn es hoch kommt, einmal pro Woche einen Wettkampf.
Die meisten erfolgreichen Menschen wirken kontrolliert. In Wahrheit kämpfen sie permanent gegen sich selbst. Der Kopf läuft ununterbrochen. Gedanken. Druck. Kontrolle. Perfektionismus. Zweifel.
Warum du die Folgen von Dauerstress nicht merkst
«Und irgendwann wird das so normal, dass man gar nicht mehr merkt, wie viel Energie es kostet. Man funktioniert einfach weiter.»
Ich kenne das. Ich war Weltmeister. Und trotzdem innerlich nie wirklich ruhig. Fühlte mich nie gut genug.
Die meisten Limitierungen fühlen sich an wie Persönlichkeit. Wie Ehrgeiz. Wie Disziplin. Wie Stärke. Wahrscheinlich funktionierst du weiter. Und genau darin liegt die Gefahr.
Was auf der Strecke bleibt
Der Preis, den man dafür zahlt, ist mental, emotional und körperlich.
Energie. Energie ist das A und O im Leben. Ohne Energie geht gar nichts. Muster wie ‹Ich muss es allen recht machen› oder ‹Ich muss perfekt sein› sind unglaublich anstrengend, nicht authentisch, Energie und Zeit raubend. Kurz: weder effektiv noch effizient und schon gar nicht gesund.
Der Körper. Bei mir hat er sich zuerst im Sport gemeldet. Angestrengt habe ich mich sowieso, heute würde man das Übertraining nennen. Hexenschüsse und Rückenprobleme waren eine Folge davon. Im schlimmsten Fall entwickelt sich, was du heute noch als inneren Druck wahrnimmst, weiter in Richtung Erschöpfung oder Burnout.
Innen. Ich habe gelernt, stark zu sein, keine Emotionen zu zeigen, sie zu unterdrücken. «Doch der Preis dafür war hoch: Depressionen, innere Leere, das Gefühl, nicht wirklich zu leben.»
Die Familie. Sie bekommt immer häufiger den, der körperlich anwesend ist und mental abwesend. Bei manchen ist der Preis eine Beziehung. Bei mir war es so: ‹Mach es allen recht› war der Grund, warum ich geschieden bin.
Nähe und Spass. Je höher du kommst, desto weniger fragt einer nach dir. Bei mir litten die sozialen Kontakte, ich habe mich isoliert gefühlt. Aus heutiger Sicht würde ich vieles anders machen. Mehr Spass haben zum Beispiel. Mich mit Freunden treffen.
Mut und Klarheit. Die Angst vor dem Versagen war bei mir so stark, dass ich neue Herausforderungen mied. Und wenn alles unruhig ist, triffst du nicht so gute Entscheidungen.
Dein Potenzial. Deine Limitierungen fressen dir die Energie und halten dich vom Fokus ab. Sie sind der Grund, warum deine PS nicht entspannt auf den Boden kommen.
Der Preis und der Gewinn
Ich bin aus den falschen Gründen Weltmeister geworden. Ich hatte die Antreiber alle auf der Zehn. Aus heutiger Sicht würde ich mich immer fragen:
- Aus welchen Gründen mache ich das?
- Ist der Preis, den ich dafür zahle, mit dem Gewinn in Einklang zu bringen?
- Was kostet mich dieser Zustand in einem Jahr, und was in fünf?
Und die bessere Frage, finde ich: Was will ich, dass meine Familie, meine Freunde an meinem Grab über mich sagen?
Was du gegen Dauerstress tun kannst
Du willst weiterhin etwas bewegen und performen. Das darfst du. Mein Weg dahin heisst: ruhig werden, weniger machen, mehr bewirken.
Wie du in Sekunden zurück in die Ruhe kommst, zeige ich mit einer einfachen Übung im Artikel Dauerstress loswerden, ohne weniger zu leisten. Welche Antreiber bei dir den Preis hochtreiben, siehst du im Selbsttest in rund 10 Minuten.
Was dich der Druck heute kostet und welche Limitierungen dahinterliegen, schauen wir in der Tiefenanalyse gemeinsam an.
Coaching ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung.